Gebiet Smolensk

Wirtschaftsdaten

Indikator

Wert

   Stand    

Bruttoregionalprodukt (BRP):

5.328 Mio. Euro

     

2013

Bruttoanlageinvestitionen:

1.320 Mio. Euro

2013

Ausländische Direktinvestitionen (FDI):

382 Mio. USD

2013

Index der Industrieproduktion (im Vergleich zum Vorjahr):    

- 1,62 %

2014

Index der Agrarproduktion (im Vergleich zum Vorjahr):

- 6,75 %

2014

Arbeitslosigkeit (Jahresdurchschnitt):

5,1 %

2014

Arbeitslosenzahl (Jahresdurchschnitt): 

26,9 Tsd.

2014

Quelle: Rosstat

Die Länge der befestigten Straßen beträgt 8.862 Kilometer. Die wichtigsten Automagistralen führen von Moskau nach Minsk, von Arjol nach Witebsk und von Moskau nach Warschau. Die Eisenbahnstrecken haben eine Länge von 1.260 Kilometern. Im Gebiet gibt es zwei große Verkehrsknotenpunkte: in Wjasma und Roslawl mit modernen Fracht- und Lagerstätten. Die wichtigsten Linien sind Moskau-Smolensk-Minsk und Brjansk-Smolensk-Witebsk.

Braunkohle, Torf, Kalk, Mergel, Baumaterialien (Sand, Ton), Phosphorit

Struktur der Industrieproduktion:

rund 26 % Juwelierindustrie
24 % Energiewirtschaft
19 % Maschinenbau und Metallverarbeitung
10 % Nahrungsmittelindustrie

Juwelierindustrie:
Das Unternehmen GUP Kristall ist der größte Hersteller von Brillanten in der Welt. Das Gebiet gilt als das bedeutendste Zentrum der Bearbeitung von Edelsteinen in Russland mit neun Unternehmen, in denen 5.000 Beschäftigte arbeiten. Das jährliche Produktionsvolumen an Edelsteinen hat einen Wert von 300 Millionen US-Dollar.

Maschinenbau:
Die Branche ist spezialisiert auf die Produktion von Maschinen für die Energiewirtschaft, für die elektrotechnische Industrie und für die Bauwirtschaft. In dem Bereich sind 40.000 Menschen beschäftigt.

Nahrungsmittelindustrie:
Die größten Unternehmen sind OAO Rosa, OAO Bachus und OAO Sachko.

Zucht von Fleisch- und Milchvieh, Schweinen, Pferden; Imkerei; Anbau von Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Beeren und Futterkulturen.

Wichtigste Exportgüter:
Erzeugnisse aus Edel- und Halbedelsteinen und -metallen, chemische Produkte, Maschinen, Ausrüstungen, Transportmittel, Textilien, Holz und Holzmaterialien

Wichtigste Exportländer:
Belgien, Israel, Panama, Schweiz, Litauen und Belarus

Wichtigste Importgüter:
Ausrüstungen, chemische Erzeugnisse, Lebensmittel, unedle Metalle, Transportmittel

Wichtigste Importländer:

Bulgarien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Polen, Italien, Belgien,Spanien, Belarus, Ukraine

Allgemeines

Hauptstadt:
Smolensk

Fläche:
49.800 Quadratkilometer (Platz 53 der größten
Regionen Russlands)

Bevölkerung:
967.900 Einwohner
Stadtbevölkerung: 72,1 Prozent
Landbevölkerung: 27,9 Prozent

Größte Städte:
Smolensk (351.900 Einwohner)
Wjasma (58.200)
Roslawl (57.500)
Jarzewo (55.300)
Safonowo (51.700)
Desnogorodsk (36.700)
Gagarin (30.200)

Städtepartnerschaft:
Hagen (Nordrhein-Westfalen) - Smolensk seit 1985,
Ratingen (Nordrhein-Westfalen) - Gagarin seit 1998,
Stendal (Sachsen-Anhalt) - Jarzewo seit 1996

Zeitzone:
Moskauer Zeit (UTC+3)

Klima:
Gemäßigte Klimazone, gemäßigtes Kontinentalklima, Durchschnittstemperatur: im Januar: -4,3 °C, im Juli: +16,9 °C


Gouverneur: Herr Alexej Ostrowskij

 

Administration des Gebietes Smolensk

214008 Smolensk, pl. Lenina 1
Tel.:  +7 (4812) 38 66 11
Fax: +7 (4812) 38 68 51
Internet: admin-smolensk.ru
E-mail: region(at)admin.smolensk.ru

Vertretung des Gebietes Smolensk in Moskau

121248   Moskau, Kutuzovskiy prospekt 11
Tel.:  +7 (495) 221 23 36
Fax: +7 (495) 221 23 34

Investitionsportal des Gebietes Smolensk

www.smolinvest.com

Daten zum Gebiet Smolensk auf dem ASI Investitionsportal

www.investinregions.ru/de/regions/smolensk/

 

 

 

Russische Handels- und Industriekammer Gebiet Smolensk
214000 Smolensk
ul. Bakunina 10a
Telefon: (+7 4812) 38 29 57, 38 74 50, 38 01 67
Fax: (+7 4812) 38 29 57, 38 74 50
info(at)smolenskcci.ru
www.smolenskcci.ru

Präsident: Herr Wladimir Petrowitsch Archipenkow

 

 

• Smolensk State University:
http://www.smolgu.ru/

Smolensk: Auf der Durchreise

Rund 80 Prozent der Warenströme zwischen Russland und Westeuropa gehen durch Smolensk. Die Oblast ist eine Durchfahrtregion. Nur wenige Investoren haben hier Halt gemacht.

 

Stadtansicht Smolensk © OWCBereits am gut belüfteten Eingang des Glaswerks der OAO OSRAM Smolensk zeigt das Thermometer 37 Grad. Eine Werksbesichtigung beim einzigen internationalen Lichtunternehmen mit eigenen Produktions-, Recycling- und Vertriebseinrichtungen in Russland bringt Besucher zum Schwitzen. Bei durchschnittlich 1.500 Grad Arbeits-temperatur werden hier in einer Glaswanne Baryt, Dolomit, Kohle, Quarzsand, Soda und Feldspat zu Glas geschmolzen und schließlich zu Kolben für Leuchtstoffröhren gezogen.

Die Fabrik mit Glaswerk und Lampenfertigung des Smolensker Leuchtstofflampenherstellers Swet hat Osram vor gut sieben Jahren übernommen. Sie eröffnete den Münchnern den Zugang zum Massengeschäft mit Leuchtstofflampen in Russland und im gesamten osteuropäischen Raum. Die Investitionsentscheidung fiel damals jedoch nicht für die Region Smolensk, sondern für die Fabrik als solche, erklärt Werksleiter Dr. Gerald Kunzmann: „Osram hat damals eine Möglichkeit gesucht, billig zu produzieren. Also zog man durchs Land und hat sich die russischen Fabriken angesehen. Die am wenigsten schlechte war Swet.“ Dabei muss man bedenken, dass der Leuchtmittelhersteller nicht auf der grünen Wiese bauen kann. „Lampenherstellung sieht vielleicht einfach aus, aber dazu gehören viele Techniken. Es geht um Handarbeiten, Feinheiten, die Sie nirgends lernen können als in der Lampenfertigung. Darum war es auch nicht schlimm, dass die Maschinen in einem schlimmen Zustand waren und die Gebäude es teilweise immer noch sind. Das Kapital sind die Menschen“, weiß Kunzmann, der das Werk mittlerweile seit sieben Jahren leitet  und selbst in Smolensk lebt.

Osram bildet in Smolensk dual aus © DRF/GrossWie viele deutsche Unternehmen in Russland sorgt Osram in Smolensk seit nunmehr drei Jahren auch selbst für Nachwuchs. Auf Grundlage des deutschen Systems der dualen Ausbildung besuchen Lehrlinge Unterricht in einer Berufschule der Oblast und durchlaufen zur selben Zeit eine praktische Ausbildung im Betrieb und in der eigens dafür eingerichteten Lehrwerkstatt. Durchschnittlich sechs bis zehn Lehrlinge pro Jahr, Mechaniker und Elektriker, werden in einem Zweijahreskurs ausgebildet, das Lehrprogramm – auch für die Theorie an der Berufsschule – kommt dabei aus Deutschland.

Die Beziehungen zur Stadt beziehungsweise zur Oblast-Verwaltung beschreibt Kunzmann eher nüchtern: „Wir hatten von der Administration in Smolensk keine besonders große Unterstützung, aber wir hatten auch keine Hindernisse. Das reicht ja schon, wenn man einen Partner hat, der nicht gegen einen ist.“ Auf eine vernünftige Zufahrt zum Werksgelände – letztlich nur 200 Meter Straße, an der zudem die örtliche Feuerwehr ansässig ist – hat er lange gewartet. Am Ende hat Osram sie selber flicken lassen.

Zwischenlager Smolensk
Als die OAO Swet vor sieben Jahren übernommen wurde, beschäftigte sie 2.500 Leute und produzierte 35 Millionen Lampen pro Jahr. „Wir haben jetzt noch 1.100 Mitarbeiter und machen 80 Millionen Lampen pro Jahr“, sagt Kunzmann und beschreibt den Wandel seit der Übernahme. Erhebliche Modernisierungen waren und sind nach wie vor dafür notwendig. Kaum eine Anlage stammt heute noch aus der Zeit der OAO Swet. Der Ausstoß an Fertigerzeugnissen pro Stunde wurde von 2.000 Lampen auf den alten Linien bereits auf 2.600 Lampen mit neueren Maschinen aus Taiwan erhöht. Auch im Glaswerk werden derzeit eine neue Schmelzwanne sowie eine zweite Linie installiert. Die Projektkosten liegen bei rund 4,5 Millionen Euro.

Aus Glasröhren werden Leuchtmittel © DRF/GrossNeu ausgerüstet wurde zuletzt außerdem das hauseigene Logistikzentrum der Smolensker Osram-Niederlassung. Auf sieben Regalstraßen stapeln sich über drei Etagen nicht nur die eigenen, auch die Produkte von anderen Osram-Standorten in Deutschland, Frankreich und China. Smolensk dient als Zwischenlager für Produkte, die für Russland bestimmt sind, und macht Osram damit unabhängiger von den teuren Moskauer Lagerflächen. 70 Prozent der hier lagernden Lampen kommen auf den russischen Markt. 30 Prozent der Leuchtstoffröhren aus Smolensk gehen aber auch nach Afghanistan, Algerien, in den Iran, gar bis nach Brasilien und in die GUS-Länder. „Nach Westeuropa können wir momentan nicht mehr liefern, weil die Halophosphat-Lampen dort mittlerweile verboten sind“, erklärt Kunzmann. In Sachen Vertrieb und Export spricht für den Standort Smolensk letztlich doch mehr als nur das menschliche Potenzial. „Einer der Hauptgründe für den Kauf der Fabrik war, dass sie strategisch günstig liegt, auf der Achse Paris-Moskau“, sagt der Werksleiter.
Keine Zielregion

Obwohl so günstig gelegen, haben sich bisher nur wenige ausländische und kaum deutsche Unternehmen in das an Belarus grenzende Gebiet verirrt. Das verwundert, schaut man einmal auf die Landkarte: Smolensk liegt in der Mitte des Hafendreiecks Riga-St. Petersburg-Noworossijsk, liegt an der wichtigsten Verbindung zwischen Westeuropa und Russland, der Europastraße 30, liegt auf der Nord-Süd-Achse zwischen St. Petersburg und Kiew. Ein Großteil der Waren im Ost-West-Handel kommt hier durch. Schaut man beim zweiten Blick noch auf die Nachbarn der Oblast (siehe Karte auf Seite 68) fällt auf: Direkter Nachbar im Süden ist Kaluga – in aller Munde, Zentrum der Automobilindustrie und laut AHK-Regionalumfrage (siehe auch Kasten AHK-Regionalumfrage auf Seite 66) die investorenfreundlichste Region. Der nördliche Nachbar Twer – aus der Sicht deutscher Investoren auf Platz zwei der attraktivsten Standorte – entwickelt sich derzeit zum Produktionsstandort für internationale Hersteller, das Spektrum reicht von Baumaschinen und Kfz-Teilen bis hin zu Medizintechnik und Logistik. Vom wirtschaftsstarken Moskauer Gebiet – dem östlichen Nachbarn Smolensks – und der Nähe zur Hauptstadt ganz zu schweigen. Smolensk kann kaum auf eine Entwicklung zurückblicken, wie sie sich gerade in anderen Regionen des Zentralen Föderationskreises vollzieht. Die wenigen deutschen Firmen sind schon eine Weile in der Region.

Bereits vor gut fünf Jahren nutzte die Classen Gruppe, ein großer deutscher Hersteller von Holzprodukten für den Innenausbau, die günstige Lage und errichtete ihr Lager- und Logistikzentrum in Gagarin, im Smolensker Gebiet. Von hier aus, drei Stunden von Moskau entfernt und direkt an der Autobahn M1 beziehungsweise Europastraße 30 gelegen, vertreibt die ZAO Classen Rus landesweit Laminat- und Parkettböden, Holzleisten und Profile.

„Aus Transportsicht macht Smolensk heute und morgen Sinn“, bestätigt Wilhelm Könntgen, Geschäftsführer der Kölner Emons Spedition GmbH. Das mittelständische Unternehmen ist vor neun Jahren in die Osteuropa-Verkehre eingestiegen und hat 2006 eine Transportgesellschaft mit eigenem Equipment in Smolensk gegründet, die OOO Emons Transport. „Für uns ist Smolensk ein strategisch wichtiger Standort, den wir weiter ausbauen werden“, erklärt Könntgen. Von Smolensk aus könne Emons jederzeit auch für die Standorte in Moskau oder St. Petersburg Lkw zur Verfügung stellen.

Die Region Smolensk liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der wirtschaftlichen Hünen Kaluga und Moskau © OWCStandortvorteile nutzen
Neu in die Oblast kommen soll bald der Logistikdienstleister Rhenus. Ende vergangenen Jahres feierte die Rhenus-Tochter OOO Rhenus Zollbroker die Grundsteinlegung für einen Zoll- und Logistikterminal in Krasnaja Gorka an der belarussisch-russischen Grenze. „Dem Konzept des Föderalen Zolldienstes folgend, der die Verlegung der Zollämter in die Grenzregionen zum Ziel hat, steht uns in naher Zukunft ein Terminal mit europäischen Standards an der Westgrenze Russlands für die Abwicklung der Verzolldienstleistungen zur Verfügung“, sagte Uwe Oemmelen, Vorstand der Rhenus, bei der Grundsteinlegung. In einer ersten Phase beinhaltet die Kapazität des Terminals eine Fläche von 2.200 Quadratmetern. 400 Lkw-Standplätze sind für die Partner der Rhenus geplant. Eine etappenweise Erweiterung des Logistikzentrums auf bis zu 30.000 Quadratmeter im Anschluss sei möglich, hieß es damals. Zum aktuellen Stand des Projekts wollte sich Rhenus gegenüber OWC nicht äußern.

Das Rhenus-Vorhaben müsste ganz im Sinne der Oblastverwaltung sein: Die Region will aus ihrer Lage einen Standortvorteil machen und sich als Güterverkehrszentrum etablieren. Gleich zwei größere Projekte hat die Administration dazu selbst konzipiert:  Im Transport- und Logistikzentrum „Sapadnye worota Rossii“ (Westliches Tor Russlands) sollen auf über 90 Hektar ein Container-Terminal, ein Terminal für die Verarbeitung von Waren für den industriellen Gebrauch, ein Allzwecklager, ein Zollzentrum sowie Verwaltungs- und Geschäftszentren untergebracht werden. 7.500 Arbeitsplätze will die Region hier schaffen. Nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs Sergej Kriwko laufen derzeit die Verhandlungen mit möglichen Investoren.

Beim zweiten Vorhaben, dem Industriepark „Smolenskij“, sollen sich nach den Plänen der Gebietsverwaltung auf rund 163 Quadratkilometern vorrangig Maschinenbau- und Elektrotechnikunternehmen ansiedeln. Aber auch ein zwischenregionales Verteilzentrum für Agrarprodukte soll entstehen, um die Probleme Absatzkanäle und Lagerung von Lebensmitteln zu lösen.

Die OAO Kristall ist die größte Diamantenschleiferei Russlands © OWCBisher baut Smolensk auf seine drei Konstanten, die größten Arbeitgeber der Region: Da gibt es die OAO Dorogobush, die seit 1965 Ammoniumni-trat, Mehrnährstoffdünger (NPK) und andere Düngemittel produziert, in den 1990er Jahren modernisiert wurde und mit 2.600 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region Smolensk ist. Außerdem gibt es die ZAO Smolenskaja Tschulotschnaja Fabrika, eine Strumpfwarenfabrik, aus der rund 13 Prozent aller in Russland verkauften Strumpfwaren stammen und die auf ihrer Webseite wirbt: „Mit unseren Socken fliegen Astronauten in den Weltraum!“.
Die Vorzeigeproduktion in der Smolensker Oblast ist sicherlich unbestritten die OAO Kristall. 2.400 Mitarbeiter arbeiten hier für den größten Diamantenhersteller Russlands. Jedes Jahr werden hier rund 600.000 Karat Rohdiamanten geschliffen. Nur vier Prozent davon gehen auf den russischen Markt, ein Großteil wird auf der ganzen Welt, in den Juwelierläden von New York, Hongkong und Dubai verkauft.

Kooperation im Gesundheitswesen
Bis zum Investorenparadies scheint es noch ein langer Weg. Trotzdem tut sich etwas in Smolensk – auch auf dem Gebiet der deutsch-russischen Zusammenarbeit.
Neben der Logistik soll die Gesundheitswirtschaft das zweite Standbein des Oblast Smolensk werden; entsprechend wurde das Thema seitens der Smolensker während einer  Arbeitsgruppensitzung des Petersburger Dialogs zur Sprache gebracht. Vertreter des Petersburger Dialogs  richteten daraufhin eine Anfrage an einen in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Unternehmer: „Könnt ihr nicht im Bereich Gesundheitswirtschaft zusammenarbeiten?“ Für eine erste Sondierungsreise – man traf sich mit den Smolenskern im Moskauer Internationalen Wissenschafts- und Technologiezentrum – suchte er sich Unterstützung auf ministerieller Ebene.

Die Kooperation beruht letztlich auf einem ganz konkreten Thema, erklärt Dr. Stephan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Nach Schätzungen sterben in Deutschland jedes Jahr rund 15.000 Menschen in den Kliniken an den Folgen einer Infektion mit multiresistenten Keimen, gegen die im Fall einer Immunschwäche nichts mehr anschlägt. Dieses Problem hat auch Russland.“ Wer nicht immungeschwächt ist, stirbt nicht, jedoch verlängert sich der Krankenhausaufenthalt und das bedeutet enorme Kosten für das Gesundheitssystem.
Beim Know-how-Austausch rund um die multiresistenten Keime verfolgen die deutschen und russischen Partner zunächst drei verschiedene Ansätze: Der Virologe Prof. Roman Sergejewitsch Koslow vom Staatlichen Medizinischen Institut für Antimikrobielle Chemotherapie in Smolensk referierte Ende Juni vor Kollegen bei der „Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft“ in Rostock-Warnemünde. Außerdem hat das norddeutsche Bundesland Medizinstudenten aus Smolensk in das Wirtschaftsministerium und das Herz- und Diabeteszentrum in Karlsburg eingeladen. Die jungen Wissenschaftler sollen so schon früh ein Bewusstsein für das Problem der Multiresistenz entwickeln.

Klinikum nach deutschem Vorbild
Auch der stellvertretende Gouverneur der Gebietsverwaltung Smolensk, Sergej Kriwko, hat im Juni mit einer kleinen Delegation das Klinikum Karlsburg besucht. Ziel ist es, eine Kooperation zwischen medizinischen Zentren in ähnlich ländlichen Gegenden voran-zutreiben. Wie der Vize-Gouverneur erklärte, plant man in der Region Smolensk ein Klinikum nach dem Vorbild Karlsburgs, mit etwa 1.000 Herzoperationen im Jahr. „Für uns wäre es spannend, den Aufbau eines medizinischen Zentrums in Smolensk zu begleiten. Auf diese Weise würde unser internationaler wissenschaftlicher Austausch weiter intensiviert“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Motz, der ärztliche Direktor des Herz- und Diabeteszentrums.

„Ich denke, wir sind gut beraten, mit einer doch so aufstrebenden und uns geografisch zugewandten Region zu kooperieren. Da verdient man nicht gleich, man kann nicht gleich ins Geschäft kommen, aber ich glaube, es ist eine gute Investition für beide Seiten“, resümiert Stefan Rudolph die Zusammenarbeit mit der russischen Grenzregion. „Es nutzt nichts, allein die deutsch-russische Freundschaft zu beschwören, sondern wir müssen ganz konkrete Schritte gehen. Mögen sie auch klein sein, dafür aber abrechenbar und erfolgreich. Dann kann man den nächsten Schritt gehen.“

Von Grit Horn

Dieser Beitrag ist erschienen in Ost-West Contact 09/2011.

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Karte Smolensk

Quelle: Wikipedia

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