Tatarstan: Spitze im Ranking der Regionen

13.09.12 Aktuelles, St. Petersburg, Nowosibirsk, Swerdlowsk, Uljanowsk, Moskauer Gebiet, Twer, Kaluga, Tatarstan
Im Kreml von Kasan schafft man ein gutes Investitionsklima © tatarstan.ru

Im Kreml von Kasan schafft man ein gutes Investitionsklima © tatarstan.ru

MOSKAU. Das Interesse deutscher Unternehmen an den russischen Regionen hat neue Zielobjekte. Tatarstan, gefolgt von Swerdlowsk, Uljanowsk, Nowosibirsk und St. Petersburg führt in diesem Jahr das Ranking der attraktivsten Gebiete an, das die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) nach Befragung ihrer Mitglieder erstellt. Dort finden sich demnach die besten Bedingungen für ausländische Investoren. Noch im vergangenen Jahr standen Kaluga, Twer und das Moskauer Gebiet am oberen Ende dieser Liste. Heute findet sich nur noch Kaluga in den Top Ten der Regionen. „Wir spüren seit etwa zwei Jahren, dass zwischen den Regionen ein Wettbewerb um Investoren stattfindet, in dessen Gefolge sich in einigen Regionen die Rahmenbedingungen deutlich verbessert haben“, sagt Michael Harms, Vorstandsvorsitzender der AHK, bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse Mitte September in Moskau. 6.300 deutsche Firmen sind in Russland aktiv – in 80 der 83 Förderationssubjekte.

Als entscheidend bei der Standortwahl benannten die Unternehmen die Faktoren wirtschaftliches Potential der Region, IT- und allgemeine Infrastruktur, Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und Administrationen, Zugang zu Medien wie Strom, Gas, Wasser und die Grundstückspreise.

Im Moment liegt das Hauptinteresse der deutschen Wirtschaft allerdings nicht in der Neuansiedlung. Zwei Drittel aller Investitionen fließen in die Erweiterung bestehender Produktionen. In den kommenden zwei bis drei Jahren planen 80 Prozent der bereits in Russland produzierenden Unternehmen Investitionen in neue Projekte, 20 Prozent in vier bis fünf Jahren.

Bei den Neuansiedlungen deutscher Unternehmen liegt der nordwestliche Föderalbezirk mit einem Zuwachs von knapp 20 Prozent an der Spitze – vor den Föderalbezirken Wolga und Süd. Die größte Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren hat es im Fernen Osten gegeben, in den im Gefolge des APEC-Gipfels im September und des Förderprogramms der Regierung zahlreiche Investitionen flossen.

„Wir sind in den vergangenen Jahren bei den Rahmenbedingungen zweifellos einen großen Schritt vorangekommen, wir wünschen uns jedoch die schnelle Etablierung eines Ombudsmannes für jede Region, der die Investoren bei ihren Investitionen von Beginn an, aber auch in den nächsten Jahren begleitet und betreut“, erklärt Rüdiger Wagner, Regionalbeauftragter der AHK für die Region Wolga. Wichtig für den Unternehmenserfolg sind auch umfangreiche und fundierte Informationen. Wie der stellvertretende Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Ombudsmann für ausländische Investitionen, Sergej Beljakov, sagte, bereite Russland derzeit ein besonderes Informationsangebot zu den einzelnen Regionen vor. Der Termin für die Veröffentlichung steht noch nicht fest.

Dagegen ist das neue Internetportal www.regionen-russland.de, das der OWC Verlag für Außenwirtschaft GmbH zusammen mit der AHK Russland und der Wirtschaftsförderagentur GTAI betreibt, bereits online gegangen. Das Portal ist ein Projekt im Rahmen des Deutschland-Jahres in Russland und wurde der Öffentlichkeit gemeinsam mit der Regionalumfrage Mitte September in Moskau vorgestellt. awa/AHK