Gebiet Kaluga

Wirtschaftsdaten

Indikator

Wert

   Stand    

Bruttoregionalprodukt (BRP):

6.930 Mio. Euro

    

2013

Bruttoanlageinvestitionen:

2.122 Mio. Euro

2013

Ausländische Direktinvestitionen (FDI):

1.329 Mio. USD

2013

Index der Industrieproduktion (im Vergleich zum Vorjahr):   

- 2,83 %

2014

Index der Agrarproduktion (im Vergleich zum Vorjahr):

+ 11,53 %

2014

Arbeitslosigkeit (Jahresdurchschnitt):

4,2 %

2014

Arbeitslosenzahl (Jahresdurchschnitt): 

22,4 Tsd.

2014

Quelle: Rosstat

Über das Territorium führen zwei Automagistralen von föderaler Bedeutung: Moskau-Kiew und Moskau-Iwantsewitschi. Das Gebietshauptstadt Kaluga ist nur 165 Kilometer von Moskau entfernt.
Eisenbahnlinien verbinden die Region mit der Ukraine, Moldau und den anderen Ländern Europas: Moskau-Brjansk, Wjasma-Brjansk, Tula-Wjasma, Tula-Sanosnaja, Suchinitschi-Roslawl. Es gibt vier regionale Flughäfen, die zum Teil geschlossen sind. Die Länge der Wasserstraßen beträgt 101 Kilometer über den Fluss Oka. Die Länge der Erdgasleitungen beträgt 1.069 Kilometer.

Braunkohle, Phosphorit, feuerfester Ton, Quarzsand, Kalk

Struktur der Industrieproduktion:

Produktion von Transportmitteln (Kfz, Schienenfahrzeuge) – 39%
Produktion von elektrischen Maschinen (Elektrotechnik) – 22%
Nahrungsmittel – 11%
Metallurgie und Metallwaren – 8%
Baumaterialien
Arzneimittel

Automobilindustrie
In den vergangenen fünf Jahren (2007-2011) wurden im Automobilcluster des Gebiets Kaluga 420.000 Automobile hergestellt. Allein im Jahr 2011 liefen rund 186.000 Fahrzeuge von den Bändern (+65.000 gegenüber Jahr 2010). Der Anteil an der Gesamtproduktion von Automobilen in Russland betrug 2011 zehn Prozent. Die drei wichtigsten Unternehmen (OEMs) sind Volkswagen, Peugeot-Citroen-Mitsubishi, Volvo & Renault Trucks. Es gibt über 20 Kfz-Teile-Zulieferer.

Maschinenbau/Metallverarbeitung:
Die Branche ist spezialisiert auf die Herstellung von Autos, Flugtechnik, Transportmitteln, Maschinen für die Energiewirtschaft, Radioelektronik. Die bedeutendsten Unternehmen sind: OOO Agrisowgas, FGUP Remputmasch, OAO Kaluschskij Turbinnyj Sawod, OAO Kaluschskij Dwigatel.

Nahrungsmittelindustrie:
Produziert werden Milch- und Fleischprodukte, Teig- und Süßwaren, alkoholische und nichtalkoholische Getränke, Bier. Die größten Unternehmen sind OOO Kaluschskaja Piwowarennaja Kompanija, SAO Kaluschskij Mjasokombinat, OAO Kristall.

Milchviehzucht, Schweinezucht, Geflügelzucht, Pflanzenanbau

Wichtigste Exportgüter:
Maschinen, Transportmittel, elektrische Ausrüstungen, Holz, Papier, Karton

Wichtigste Exportländer:
Ukraine, Kasachstan, Deutschland, Japan, Indien, Italien

Wichtigste Importgüter:
elektrische Ausrüstungen, Transportmittel, medizinische - und Labor-
ausrüstungen, Nahrungsmittel

Allgemeines

Hauptstadt:
Kaluga

Fläche:
29.800 Quadratkilometer (Platz 65 der größten Regionen Russlands)

Bevölkerung:
1 Million Einwohner
Stadtbevölkerung: 76,1 Prozent
Landbevölkerung: 23,9 Prozent

Größte Städte:
Kaluga (336.800 Einwohner)
Obninsk (108.100)
Ludinowo (42.700)
Kirow (40.300)
Malojaroslawez (30.300)
Balabanowo (21.800)

Städtepartnerschaft:
Suhl (Thüringen) - Kaluga seit 1969

Zeitzone:
Moskauer Zeit (UTC+3)

Klima:
Gemäßigte Klimazone,
gemäßigtes Kontinentalklima,
Durchschnittstemperatur:
im Januar: –5,2 °C, im Juli: +18,2 °C

Gouverneur: Herr Anatolij Artamonow

 

Administration des Gebietes Kaluga


248600 Kaluga, pl. Starij Torg 2
Tel.:  +7 (4842) 56 23 57
Fax: +7 (4842) 53 13 09
Internet: www.admobl.kaluga.ru/main/
E-Mail: admgub(at)adm.kaluga.ru

Vertretung des Gebietes Kaluga in Moskau

119002 Moskau, Glasowskij per. 8
Tel.:  +7 (499) 241 66 36
Fax: +7 (499) 241 09 79
Internet: www.admobl.kaluga.ru
E-Mail: predstav@adm.kaluga.ru

Entwicklungsgesellschaft des Gebietes Kaluga

248001 Kaluga, ul. Kirowa 17
Tel.: +7 (4842) 79 04 10
Internet: www.invest.kaluga.ru
E-Mail: web(at)invest.kaluga.ru

Investitionsportal des Gebietes Kaluga

www.investkaluga.com/en

Daten zum Gebiet Kaluga auf dem ASI Investitionsportal

www.investinregions.ru/de/regions/kaluga/

Russische Handels- und Industriekammer
Handels- und Industriekammer Gebiet Kaluga
248600 Kaluga
Pl. Stary Torg 9 / 10
Telefon: (+7 4842) 77 77 66, 56 47 98, 56 47 97
Fax: (+7 4842) 56 47 98, 79 63 71
tpp(at)tppkaluga.ru
www.tppkaluga.ru

Präsident: Frau Tatjana Genadjewna Rosanowa

 

Handels- und Industriekammer Obninsk Gebiet Kaluga
249033 Obninsk
ul. Gorkogo 60
Telefon: (+7 48439) 5 74 84
Fax: (+7 48439) 5 74 94
tpp(at)obninsk.com
www.tpp.obninsk.ru

Präsident: Herr Wladimir Trofimowitsch Radjuchin

• Kaluga State Pedagogical University:
http://kspu.kaluga.ru

Kaluga: Die Probleme einer Boomregion

In Kaluga herrscht Hochkonjunktur. Nur auf der Ölinsel Sachalin, in der Hauptstadt Moskau und dem Speckgürtel um Moskau investierten ausländische Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als in dieser Region im Südwesten des Moskauer Industriegebietes. Volkswagen, Mitsubishi, Continental, Nestlé – aus allen Branchen und aller Herren Länder strömen die Unternehmen inzwischen in die Stadt an der Oka. In unserem Regionalporträt über eine der gefragtesten Regionen Russlands berichtet der Vizegouverneur, dass es neben eitel Sonnenschein auch in einem prosperierendem Gebiet Schattenseiten gibt.

Potemkin: „Wir brauchen Arbeitskräfte“ © OWCWladimir Potemkin, Vize-Gouverneur der Region Kaluga und Leiter der Repräsentanz bei der Administration des Präsidenten in Moskau, hat sich verspätet. Er entschuldigt sich vielmals, eine Delegation aus Kaluga habe ihn aufgehalten. Jetzt hat er Zeit. „Starten wir mit den Problemen“, sagt der Hausherr. Mit den Problemen? Das überrascht. Welche Probleme hat Kaluga? In Kaluga haben ausländische Investoren von 2006 bis 2010 4,3 Milliarden US-Dollar investiert. Damit liegt die Region an der Spitze der beliebtesten Investitionsstandorte in Russland. Nirgends sonst im Land wächst die Industrieproduktion so rasant wie in Kaluga. In keiner anderen Region haben ausländische Unternehmen so viele Produktionsbetriebe eröffnet. Internationale Ratingagenturen geben Kaluga Bestnoten – Fitch Ratings ein A+. Das Budget des Gebietes ist in den vergangenen sechs Jahren um das Sechsfache gewachsen. Kaluga ist die einzige Region Russlands, die keine Zuschüsse aus dem Staatshaushalt erhält, sondern im vergangenen Jahr 37 Milliarden Rubel, etwa eine Milliarde Euro, abgegeben hat. Dementsprechend wäre zu erwarten, dass der stellvertretende Gouverneur die gute Infrastruktur, die hoch qualifizierten Arbeitskräfte, die Steuervorteile oder das gute Wetter lobt. Aber Potemkin spricht von den Problemen.

Problem Nummer eins: Arbeitskräfte
„Wir brauchen Arbeitskräfte“, sagt der Vize. In den vergangenen Jahren seien viele junge Menschen nach Moskau abgewandert. „Die Jugend wird von Moskau aufgesogen wie von einem Staubsauger“, klagt Potemkin. Obwohl internationale Unternehmen in der Region händeringend nach Arbeitskräften suchen, lockt die Metropole. 60.000 bis 70.000 Menschen pendeln täglich nach Moskau. Per Bahn ist man in eineinhalb Stunden am Kiewskij Woksal –  ein Katzensprung für russische Verhältnisse.
Potemkin erzählt von den vielen jungen Wissenschaftlern, die einst in der Region arbeiteten. Bereits 1892 wurde in Kaluga ein Physik-Institut gegründet – vom Vater der russischen Raumfahrt, Konstantin Ziolkowski. Damit war der Grundstein gelegt für den Aufstieg der Region zum Forschungs- und Wissenschaftsstandort.

In der Stadt Obninsk, etwa 60 Kilometer nördlich von Kaluga, wurde 1954 das erste Kernkraftwerk der Welt zur kommerziellen Nutzung in Betrieb genommen. Wie heute Moskau, so zog damals das kleine Dorf junge Menschen an. 1956 erhielt Obninsk das Stadtrecht und die Bevölkerung wuchs schnell. Es wurde zum bedeutenden Wissenschafts- und Forschungsplatz und auch Standort des Militärs. Heute trägt es die offizielle Bezeichnung Wissenschaftsstadt (Naukograd) mit Instituten und Forschungszentren im Bereich Weltraumtechnik, Atomenergie und Meteorologie. Um diesen Titel zu führen, muss ein Ort mindestens 50 Prozent seiner gesamten Wirtschaftsleistung im wissenschaftlich-technischen Bereich erbringen. Das Kernkraftwerk ist inzwischen stillgelegt, die Militärzone offen – aber die Mehrzahl der Ingenieure arbeitet in Moskau, nicht in Kaluga. „Natürlich ist die Personalbeschaffung Sache der Unternehmen“, erklärt Potemkin. „Sie rekrutieren die Arbeitskräfte über Personalagenturen. Aber wir haben trotzdem verschiedene Programme aufgelegt, um Fachleute in die Region zu bekommen oder hier zu halten.“

Investitionen aus Deutschland und der Welt © OWC

So investiert die Administration vor allem in den Wohnungsbau, um ehemalige Armeeangehörige oder Russen aus dem Ausland in die Region zurückzuholen. Die Administration stellt Flächen zur Verfügung. Bis 2013 sollen jährlich eine Million Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Im vergangenen Jahr wurden 650.000 Quadratmeter fertiggestellt. „Wir glauben, dass Wohnraum den Zuzug stimuliert“, sagt Potemkin.

Auch für das Thema Aus- und Weiterbildung fühlt sich die Administration zuständig. Es gibt ein Zentrum zur Ausbildung von Kfz-Spezialisten, das von 2009 bis 2011 mehr als 4.000 Beschäftigte durchlaufen haben. Eine ähnliche Ausbildungsstätte soll jetzt für die Pharmaindustrie geschaffen werden.
Seit diesem Jahr unterstützt die Administration ein Programm, das Studenten Auslandspraktika ermöglicht. „Unsere Unternehmen können sich an uns wenden, wenn sie Spezialisten mit Auslandserfahrung brauchen“, erklärt der Vize-Gouverneur. „Kaluga schickt sie auf eigene Kosten ins Ausland.“

Problem Nummer zwei: Bekanntheit
„Man kennt uns nicht“, sagt Potemkin. Und er erzählt davon, wie ein internationaler Politikerklub im vergangenen Jahr beschloss, die nächste Sitzung in Kaluga zu veranstalten. Die Mitglieder – Politiker aus vielen Ländern – seien sehr verstört gewesen, dass man sich in einer drittklassigen Stadt in Russland treffen sollte. „Selbst viele russische Politiker wussten nichts über uns“, erläutert Potemkin. Als sie aber von den zahlreichen ausländischen Unternehmen erfuhren, seien alle Teilnehmer sehr zufrieden gewesen mit der Wahl des Standortes.
Vielen Deutschen ist die Region allerdings ein Begriff. In Kaluga hat Volkswagen vor fünf Jahren sein erstes Werk in Russland gebaut. Volkswagen sei ein Zugpferd gewesen, räumt Potemkin ein. „Aber wir wollen ja nicht nur die großen Investoren“, sagt er. „Egal, ob ein Unternehmen eine Milliarde oder 1.000 Euro investieren will. Wir prüfen alles sehr sorgfältig.“ Die Administration träume von Kaluga als einer europäischen Region. Aber um das zu werden, müsse man in der Welt bekannt sein.

Problem Nummer drei: Der Wald

„Ein drittes Problem schließlich ist unser Wald. Wir haben keine Gasressourcen, aber viel Wald. 50 Prozent der Fläche unserer Region sind mit Wald bedeckt“, erklärt Potemkin. „Aber 70 Millionen Hektar Wald liegen brach.“
Früher war Kaluga der Garten vor Moskau. Aber die Kolchosen seien untergegangen, Grund und Boden seien jetzt privat, würden aber nicht bewirtschaftet, weil es keine Tradition gibt und Grundstücksspekulationen eine sinnvolle Nutzung verhindern.
„Aber dieses Problem überwinden wir jetzt“, ist der Vize-Gouverneur überzeugt. „Jetzt werden Molkereien gebaut, die Viehzucht entwickelt sich. Es werden Hasen gezüchtet, die elf Kilo wiegen, und wir fördern den Tourismus auf dem Lande.“

Artamonow – eine ausgezeichnete Persönlichkeit

Erst nachdem Potemkin diese drei Probleme, die ihm und der Region auf den Nägeln brennen, zur Sprache gebracht hat, erläutert er, warum Kaluga heute in der Beliebtheitsskala der Ausländer so gut dasteht.
„Vor zwölf Jahren kam ein Gouverneur ins Amt, der im Gebiet geboren ist“, erklärt der Stellvertreter. Er erwähnt all die Auszeichnungen, die Gouverneur Anatolij Artamonow inzwischen zuteil wurden. Im vergangenen September wurde ihm aufgrund seiner außerordentlichen Verdienste im Bereich der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen das Große Verdienstkreuz mit Stern verliehen. Im Dezember wurde er mit dem höchsten Orden Frankreichs, der Ehrenlegion, ausgezeichnet.

Jüngster Coup: Continental legt den Grundstein für ein Reifenwerk © ContinentalIn der Tat: Artamonow hat Großes bewirkt. „Das einzige Beispiel für die Schaffung eines günstigen Investitionsklimas in Russland war die Region Kaluga, die zwischen 2006 und 2009 1,3 Milliarden US-Dollar anziehen konnte“, urteilen die Wirtschaftsberatung KPMG in ihrer Studie über das Investitionsklima in russischen Regionen von 2011.
In der Regionalumfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer vom Sommer 2011 sehen die befragten Unternehmen Kaluga ganz klar als das investitionsfreundliche Gebiet Russlands vor Twer und dem Moskauer Gebiet.

Die Rolle, die die Chefs der lokalen Administration bei Investitionsentscheidungen internationaler Konzerne spielten, brachte VW-Geschäftsführer Friedrich Lenz, damaliger Geschäftsführer der OOO Volkswagen Rus 2006 im OWC-Interview auf den Punkt:  „So ein Projekt lebt auch vom politischen Willen und der politischen Umgebung. In Kaluga sind der Gouverneur 54, der Bürgermeister 33 Jahre alt. Sie sprechen Englisch, sind westlich orientiert und sie denken wie wir. Wir haben in Kaluga eine Konstellation gefunden, von der alle sagen, dass es so etwas in Russland gar nicht gibt.“

Vor allem die Infrastruktur überzeugte, und sie gab auch 2006, als die Volkswagen AG nach einem Produktionsstandort suchte, den Ausschlag für die Entscheidung für Kaluga. Artamonow ließ die Kiewer Chaussee nach Moskau vierspurig bis zur Regionengrenze ausbauen. Durch das Gebiet führt zudem die Eisenbahnverbindung gen Osten nach Minsk, Warschau oder Kiew, so dass die Ganzzüge mit Autoteilen auf dem schnellsten Wege von Mlada Boleslav, Bratislava oder Paris nach Kaluga transportiert werden können.

Industrieparks für jeden Bedarf

Volkswagen war der erste große Investor in Kaluga. Inzwischen haben sich in den vier großen Industrieparks zahlreiche internationale Unternehmen angesiedelt: Im Industriepark Grabzewo im Norden der Stadt Kaluga produzieren Volkswagen mit inzwischen 4.500 Mitarbeitern, Magna mit 340 Mitarbeitern und der chinesische Kfz-Zulieferer Yapp mit 125 Mitarbeitern. Die Pharmaunternehmen Berlin Chemie und Novo Nordisk bauen ihre Produktionshallen gerade auf.

Industrieparks in der Region © OWCIm Zulieferpark von Volkswagen, mit Produktions- und Lagerkapazitäten auf einer Fläche von 20 Hektar, haben Visteon Deutschland und Benteler Automotive ihre Frames abgesteckt.
Im Industriepark Kaluga Süd produziert Volvo Truck seit Januar 2009, Besema hat Land gepachtet und Maco startete 2010 mit der Produktion von Türen- und Fensterbeschlägen.
Der Industriepark Rosva im Norden zählt Peugeot-Citroën-Mitsubishi, General Electric, Fuchs Oil und Umalat zu seinen Residenten. Nestlé Samsung Exectronics, L’Oréal, KT & G, sowie AstraZeneca produzieren im Industriepark Worsino, an der Grenze zum Moskauer Gebiet.

Die deutschen Landmaschinenhersteller Grimme und Lemken betreiben im Industriepark Detschino ein Service- und Ausbildungszentrum. Hier haben sich auch das deutsch-russische Joint Venture Ekoniva, Wolf System und Big Dutchman angesiedelt. Jüngster Zugang in der Region: Am 29. November 2011 legte die Continental AG den Grundstein zum Aufbau einer Reifenproduktion in der Region Kaluga. Acht Millionen Pkw-Reifen sollen jährlich produziert werden, 240 Millionen Euro werden investiert.
2012 wird ein Metallurgiewerk eröffnet – das modernste, das Russland dann zu bieten hat. Die Ausrüstungen hat der deutsche Anlagenhersteller SMS Demag geliefert.

Nachdem man sich in den vergangenen Jahren auf die Wirtschaft konzentriert habe, so Potemkin, wolle man nun auch die sozialen und kulturellen Bereiche aufbauen. „Es fehlen Hotels und soziale Einrichtungen. Auch wollen wir ein internationales College in der Stadt, damit die Kinder der Expatriats gute Bedingungen haben. Hier muss sich noch mehr tun“, sagt der Vize-Gouverneur. Aber das sind nur Wünsche, keine Probleme.

Von Jutta Falkner

Dieser Beitrag ist erschienen in Ost-West Contact 01/2012.

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Karte Kaluga

Quelle: Wikipedia

Investitionsattraktivität des Gebietes Kaluga

Fallbeispiel: Die Region Kaluga

„Die Region Kaluga bietet jedem die Möglichkeit, seine Ideen zu verwirklichen, neue Geschäftspartner zu finden und die Gastfreundschaft der Menschen und Behörden vor Ort zu erfahren“, sagt Dmitrij Abramow, stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Region Kaluga und Leiter des Referats für Investitionen. In diesem Beitrag beschreibt er die Eigenarten der Region und wie Investitionsvorhaben in Kaluga angegangen und umgesetzt werden.

Steckbrief

  • Gesamtfläche – 29.800 km2
  • Bevölkerung – 1,001 Millionen
  • Klima – gemäßigt kontinental
  • Hauptstadt der Region – Kaluga


Die Region Kaluga liegt im Herzen Russlands an der Grenze zu Moskau. Ein Siebtel der Gesamtbevölkerung Russlands lebt innerhalb eines Radius von 150 km von der Region Kaluga. Die Nähe zur Hauptstadt – einem bedeutenden Absatzmarkt für fast jedes erdenkliche Produkt – ist ein klarer Vorteil der Region. Obwohl Kaluga über keine Mineralvorkommen für den Export verfügt, gehört die Region zu den dynamischsten und aufstrebendsten Regionen Russlands. Russische wie auch internationale Experten schätzen insbesondere das gute Geschäftsklima. Nähere Informationen finden Sie unter: www.investkaluga.com

In der regionalen Entwicklung spielte die Steigerung des Investitionspotenzials in den letzten zehn Jahren eine äußerst wichtige Rolle. Zwischen 2006 und 2011 zog die Region insgesamt 9,5 Mrd. USD an Investitionen an, davon fünf Milliarden aus dem Ausland. Im Jahr 2010 gingen acht Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen in Russland nach Kaluga, und das, obwohl in der Region nicht mehr als 0,75 Prozent der russischen Gesamtbevölkerung auf weniger als 0,2 Prozent der Gesamtfläche des Landes wohnen.

Der Erfolg der Region Kaluga ist der Erfolg unserer Investoren. Und die Fakten sprechen eine klare Sprache. Unternehmen aus über 20 Ländern haben ihre Produktionsstätten in der Region angesiedelt. Für eine Region, die über keine umfangreichen Mineralvorkommen wie Gas, Öl oder Gold verfügt, ist dies zweifellos eine beachtliche Bilanz. Unser wichtigstes Kapital sind unsere Arbeitnehmer. Dank des Fleißes und Einsatzes unserer Arbeitskräfte haben wir beeindruckende Ergebnisse erzielen und gleichzeitig die Investitionsrisiken minimieren können. Unternehmer, die auf dem russischen Markt investieren, haben vor allem Bedenken bezüglich Korruption und Bürokratie. Um solche Missstände zu bekämpfen, haben wir in unserer Region eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die auf ein klares Ziel hinarbeitet.

Bereits vorhandene Industrieparks und Freihandelszonen haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass sich viele Investoren für eine Ansiedlung in der Region Kaluga entschieden haben. Den Investoren wird hier mit den Industrieparks ein wohlbekanntes Produkt angeboten. Dabei handelt es sich um eine Fläche, die speziell als Industriezone ausgewiesen und geplant wurde. In der Regel befinden sich solche Industrieparks außerhalb der eigentlichen Wohngebiete einer Stadt und haben eine gute Anbindung an das Verkehrs- und Kommunikationsnetz. Darüber hinaus gibt es maßgeschneiderte Umweltschutzbestimmungen, die eigens auf die besonderen Anforderungen eines Industriegebiets ausgerichtet sind. Etwa 100 Unternehmen aus verschiedenen Ländern investieren in unserer Region. Der Großteil von ihnen hat sich für einen Industriepark als Produktionsstandort entschieden.

Inzwischen hat sich in der Region ein richtiger Automobil-Cluster entwickelt, bestehend aus drei Konzernen mit insgesamt sieben Marken: Volkswagen Group Rus, PSA Peugeot-Citroen & Mitsubishi und Volvo Trucks & Renault Trucks. Dieser Cluster hat inzwischen eine beachtliche Dynamik entwickelt und zieht nun nach und nach Zulieferer und Teilehersteller an, darunter: Continental, Magna, Benteler, Visteon, Lear, Faurecia, Fuyao, HT&L, Yapp Rus, HP Pelzer Rus, Scherdel Rus, Rucker, Fuchs Öl, Severstal-Gonvarri, Gestamp-Severstal und Becema. Dabei handelt es sich nicht nur um einfache Montagewerke, sondern auch um Hersteller von Hightech-Produkten mit hochautomatisierten Produktionsverfahren.

Darüber hinaus haben wir unsere Wirtschaft diversifiziert, indem wir auch andere wichtige Bereiche wie die Biowissenschaften ausgebaut haben. Die Grundlage unseres Pharma-Clusters bilden Unternehmen, die Ideen entwickeln und neue Technologien auf den Markt bringen. Die Geschäftspartner in der Region sind bedeutende Pharmaunternehmen wie die Hemofarm/Stada Group, Berlin-Chemie/Menarini (Italien), Novo-Nordisk (Dänemark), Niarmedic-Plus (Russland) und das schwedisch-britische Unternehmen Astra-Zeneсa. Diese Unternehmen bringen zwischen 265 und 280 Mio. EUR an Investitionen in die Region.
Die Region Kaluga setzt jedoch nicht nur auf ein oder zwei Industriezweige: die Regierung unterstützt ebenso die Entwicklung anderer Branchen, wie der Bau-, Tourismus-, Lebensmittel-, Zellstoff- und Agrarbranche. Hier haben wir viele erfolgreiche Projekte realisiert, einige davon mit ausländischem Kapital.

In der Region Kaluga wurde ein hocheffizientes System für die Zusammenarbeit mit Investoren geschaffen, in das neben den regionalen Behörden auch das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung sowie regionale Einrichtungen eingebunden sind. Die vier beteiligten Einrichtungen für regionale Entwicklung behandeln jeweils bestimmte investitionsbezogene Aspekte:
Die Kaluga Region Development Corporation plant und baut Industrieparks.
Die Agentur für Regionale Entwicklung bietet Investoren umfassende Beratung.
Industrial Logistics ist spezialisiert auf die Schaffung von Verkehrs- und Logistikinfrastruktur, einer wesentlichen Voraussetzung für die konsequente Umsetzung von Investitionsprojekten.
Die Agentur für Innovationsentwicklung leistet maßgebliche Arbeit in der Entwicklung des Hightech-Sektors und in der Innovationsförderung.
Um es ihren Partnern so einfach wie möglich zu machen, hat die Region Kaluga eine eigene „Botschaft“ in Moskau eingerichtet (deren Name zugegebenermaßen nicht ganz kurz ist): Vertretung der Regierung der Region Kaluga bei der Regierung der Russischen Föderation. Auch dort erhalten Investoren alle benötigten Informationen.

Wir betrachten jeden Investor und jedes Projekt individuell und bieten umfassende Unterstützung an. Die Interaktion mit den Investoren umfasst (in dieser Reihenfolge): die Verhandlungsphase, die Standortentscheidung, den Vertragsabschluss, die Bauphase, die Lieferung der Anlagen und die Inbetriebnahme. Wir sind uns darüber im Klaren, dass Zeit bei jedem Geschäft eine wichtige Rolle spielt. Bei unserer engen Zusammenarbeit mit den Investoren achten wir daher besonders darauf, dass das Projekt schnell anlaufen kann. In Kaluga können Investoren alle erforderlichen Dokumente bereits in der Bauphase beschaffen. Die eben erwähnten und im Folgenden näher beschriebenen Schritte folgen ausnahmslos den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.

1. Verhandlungen

Zuallererst sollte ein Investor, der Geschäfte in der Region Kaluga betreiben will, den Dialog mit den zukünftigen Partnern suchen. Hierfür steht jede der oben genannten Einrichtungen zur Verfügung.
Unsere Experten verfassen dann einen umfassenden und detaillierten Bericht zum Investitionspotenzial der Region, zur aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie zur Verfügbarkeit von Natur- und Personalressourcen und der erforderlichen Infrastruktur. Danach versorgen sie die Investoren mit allen nötigen Informationen zur Implementierung von Investitionsprojekten in der Region Kaluga und machen auf Grundlage der individuellen Anforderungen und Vorstellungen die besten Angebote ausfindig. Wenn notwendig, organisieren sie auch Besuche in den Investitionsgebieten und bei Unternehmen. Jeder Investor, unabhängig von Investitionsbetrag, Herkunftsland und Branche, erhält in jeder Phase der Projektimplementierung die volle Unterstützung der regionalen Entwicklungseinrichtungen.
Sobald sich ein Unternehmer entschieden hat, in der Region Kaluga zu investieren, wird das Projekt zu einem gemeinsamen Anliegen. Ebenso wie der Investor haben auch wir großes Interesse am Erfolg des Projekts. In der Region Kaluga legen wir großen Wert auf unseren Ruf als zuverlässiger Partner, der seinen Verpflichtungen nachkommt. Schließlich ist die Region auch an Gewinn bringenden Unternehmen interessiert, nicht zuletzt, da diese eine willkommene Einnahmequelle darstellen. Wir messen allen Projekten die gleiche Bedeutung bei und begleiten den Investor während des gesamten Prozesses – von der Entscheidungsfindung über die Bauphase bis hin zur Produktion.

2. Standortentscheidung

Derzeit stehen in sieben Industrieparks Flächen von insgesamt 2.700 Hektar für die Ansiedlung von Produktionsstätten zur Verfügung. Über 1.300 Hektar sind bereits für Investitionsprojekte vorgesehen. Die Region Kaluga nimmt damit in Russland eine Vorreiterrolle ein. Für Unternehmen, die mit dieser Art Investitionen vertraut sind, ist dies eine hervorragende Möglichkeit, innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums ein Greenfield-Projekt zu realisieren. Unsere Industrieparks bieten Investoren diverse Optionen. Dazu gehört zum Beispiel die Bereitstellung aller möglichen benötigten Ressourcen wie Elektrizität, Gas, Wasser, Abwasser sowie Bahn- und Straßenanbindungen, sofern erforderlich. Für Brownfield-Investitionen oder zeitlich begrenzte Produktionsvorhaben können Investoren Betriebsstätten mieten, die nach deren speziellen Anforderungen gebaut werden. Durch diese individuelle Anpassung können die Unternehmen den Betrieb sofort aufnehmen. Vor allem Autoteilehersteller, aber auch Zulieferer, die ihnen in die Region gefolgt sind, haben von diesem Angebot regen Gebrauch gemacht. Visteon und Benteler etwa haben im Industriepark Grabtsevo, angelockt durch das dort ansässige Volkswagen-Werk, eine Betriebsstätte angemietet. Ein ähnliches Projekt wurde nahe der Fabrik von PSA Peugeot-Citroen & Mitsubishi verwirklicht. In Kürze wird ebendort auch das Montagewerk des französischen Autoteileherstellers Faurecia den Betrieb aufnehmen.
Für Brownfield-Investitionen hält die Region Kaluga diverse Produktionsstätten vor, die insbesondere für Hersteller aus dem Bereich Militärtechnik von Interesse sein dürften. Beispielsweise produziert das russisch-spanische Joint Venture CIE Avtocom derzeit in der Autoelektrikfabrik in Kaluga. Auch die beiden Unternehmen Elikor und Scherdel, die eine technologische Zusammenarbeit pflegen, haben sich für die Brownfield-Option entschieden.

3. Unterzeichnung des Investitionsvertrags

Der Vertrag „Über die Anwerbung von Investoren für die Region Kaluga“ ist ein Grundlagendokument, das die Baukosten für die Investoren regelt und diverse Steuervergünstigungen vorsieht. Insbesondere bieten wir Vergünstigungen im Bereich der Körperschaft- und Grundsteuern in Abhängigkeit von der Höhe der getätigten Investitionen.

4. Bauphase

Durch die individuelle Herangehensweise an jedes Projekt und die Tatsache, dass sämtliche bürokratischen Hürden und Korruption abgeschafft wurden, können selbst große, ehrgeizige Projekte in kürzester Zeit realisiert werden. So betrug zum Beispiel die Bauzeit für das Volkswagen-Werk nur ein Jahr – sechs Monate kürzer, als ursprünglich für dieses Projekt veranschlagt. PSA Peugeot-Citroen & Mitsubishi betraten das Bauareal am 1. Juni 2009 – am 9. März 2010 lief bereits das erste Auto vom Band. Auch die Fertigstellung der Werke von Volvo und Samsung nahm kaum mehr als ein Jahr in Anspruch. Bei der Auswahl ihrer Subunternehmer und Partner haben die Investoren völlig freie Hand. Wenn Sie mit vertrauten Partnern zusammenarbeiten wollen und diese mit nach Russland bringen möchten, können Sie das gerne tun. Obwohl wir uns wünschen würden, dass internationale Investoren mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten, sprechen wir prinzipiell keine Empfehlungen aus. Die Logik dahinter ist einfach und klar: Aufgabe des Investors ist es, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Steuergesetze der Region einzuhalten. Die Aufgabe der Region besteht darin, optimale Bedingungen für eine schnelle und erfolgreiche Gründung zu schaffen.

5. Lieferung von Anlagen

In Russland haben Investoren oft mit Schwierigkeiten bei Import- bzw. Exportgeschäften zu kämpfen, so auch bei der Lieferung von Anlagen oder anderen Ausrüstungsgegenständen. In unserer Region gibt es eigene Zollstationen und Unterstützungsprogramme für exportorientierte Hersteller, um unnötige Probleme zu vermeiden. Neben Autobahnen und Zugverbindungen verfügen wir außerdem über die komplette Infrastruktur für den Güterumschlag. Das bereits erwähnte Logistikunternehmen Industrial Logistics übernimmt die Koordination der gesamten Lieferkette Ihrer Anlagen – von jedem beliebigen Ausgangspunkt weltweit bis zu Ihrem Unternehmen in Kaluga.
In der Region sind bedeutende Logistikdienstleister wie Gefco, GREEN Integrated Logistics, Rhenus Logistics und Transсontainer erfolgreich tätig. In der Nähe der Industrieparks entstehen bereits Güterumschlagplätze, auf denen Güter kostengünstig von der Schiene auf die Straße umgeschlagen werden können. Diese Güterterminals bieten auch langfristige Lagerhaltungsmöglichkeiten. Darüber hinaus findet auch die Zollabfertigung vor Ort statt, sodass die Fracht im Schnellverfahren abgewickelt werden kann.
In naher Zukunft wird auch der Internationale Flughafen Kaluga den Betrieb aufnehmen, damit Frachtgut auch auf dem Luftweg transportiert werden kann. Der Flughafen entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Regionalflughafens, der bereits vor einigen Jahren den Betrieb eingestellt hatte – noch vor Beginn der Investitionstätigkeiten in der Region.

6. Inbetriebnahme

In den letzten zwei Jahren sind in den verschiedensten Branchen der Region insgesamt 23 neue Werke entstanden. Die Personalressourcen spielen für jeden Investor eine enorm wichtige Rolle. Daher sind sie auch ein wichtiges Anliegen für die Region und für das gesamte Land. Unsere Arbeit in dieser Hinsicht geht dabei über die Anforderungen der Investoren hinaus: Wir versuchen stets, vorauszudenken, und sorgen für die entsprechende Aus- und Weiterbildung. In diesem Sinne haben wir auch Lehrpläne geändert und neue Kurse an den Hoch- und Berufsschulen eingeführt, um die Fachkräfte auszubilden, die am Arbeitsmarkt benötigt werden.
Die Region Kaluga arbeitet mit den führenden technischen Hochschulen des Landes zusammen. Seit über 50 Jahren bildet die Außenstelle der Staatlichen Technischen Universität Moskau (Bauman-Universität) in Kaluga Fachleute auf den Gebieten Maschinenbau, Metallverarbeitung und Antriebstechnik aus. Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an qualifizierten Facharbeitern wurde außerdem ein Zentrum für die Ausbildung von Automobilbaufachkräften gegründet. Seit 2007 werden in dem Ausbildungszentrum gemäß den Anforderungen der Automobilindustrie in Kaluga Fachkräfte geschult. Das Zentrum, das eine Größe von 7.000 m2 hat und über 20 Labors und Arbeitsräume für verschiedenste Zwecke verfügt, bringt hoch qualifizierte Fachkräfte hervor. Es ist mit dem neuesten Schulungsmaterial und hochmodernen Fertigungsanlagen ausgestattet, mit denen die Herstellungsprozesse zu Schulungszwecken simuliert werden können. Die Schulungsanlagen folgen dem Vorbild der „echten“ Anlagen, die in den führenden Automobilwerken der Region zum Einsatz kommen.
Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2012 ähnliche Ausbildungszentren für die Pharmaindustrie einzurichten. Dort sollen dann ausreichend Fachkräfte ausgebildet werden, um nicht nur den Bedarf des Pharma-Clusters in Kaluga zu decken, sondern auch den russischen Pharmamarkt insgesamt zu versorgen. Die Ausbildung basiert auf dem in Deutschland gängigen dualen System. Das Projekt wird gemeinsam mit unseren deutschen Partnern verwirklicht.
Erheblicher Aufwand wird betrieben, um hochqualifizierte Fachleute in der Region zu halten und um Arbeitskräfte aus Regionen mit begrenzten Arbeitsmarktchancen zum Umzug nach Kaluga zu bewegen. Diese Aufgabe ist ohne die Entwicklung des Immobilienmarktes nicht lösbar. Aus diesem Grund haben wir ein neues Produkt konzipiert: „Häuser für Fachkräfte“. Wohnhäuser werden in der Nähe von Industrieparks gebaut, um die Unternehmen bei der Wohnraumversorgung für ihre Fachkräfte zu unterstützen. Nur zwei Kilometer vom Volkswagen-Werk entfernt sind bereits 1.500 Häuser sowie eine Schule mit Plätzen für 630 Schüler entstanden.

Zusätzlich entstehen überall in der Region neue Hotels und Wohngebäude. Wohngegenden werden modernisiert, das Bildungssystem optimiert und Qualität und Niveau der medizinischen Versorgung verbessert. Natürlich arbeiten wir auch laufend an der Sanierung und am Neubau von Straßen. Dynamisch entwickeln sich neben den großen Akteuren auch die kleineren Unternehmen. Bei all unseren Bemühungen haben wir ein konkretes Ziel vor Augen: die Lebensqualität in unserer Region auf ein Niveau mit den Besten in Europa zu bringen. Kaluga ist eine Region, in der man gut leben, arbeiten und die Freizeit genießen kann!

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