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Dr. Ralf Bendisch

Regionalbevollmächtigter der AHK, Generaldirektor CLAAS OOO

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Föderaler Verwaltungsbezirk Süd

Der Südliche Föderale Verwaltungsbezirk ist durch die Vergabe der Olympischen Winterspiele nach Sotschi 2014 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. In und um Sotschi hat ein Bauboom eingesetzt, allein für die Errichtung der für die Spiele notwendigen Gebäude wurden etwa zwölf Milliarden US-Dollar budgetiert. Hinzu kommen Investitionen in die Infrastruktur.

Dementsprechend wuchs in den vergangenen Jahren auch die Bedeutung des Internationalen Investitionsforums, das jährlich in Sotschi stattfindet. Hier haben ausländische Investoren die Möglichkeit, mit Regierungsvertretern und Gouverneuren aus ganz Russland zusammenzutreffen.

Mit den Regionen Krasnodar, Rostow, Stawropol und Wolgograd hat der Bezirk sowohl eine starke industrielle Basis als auch eine starke Landwirtschaft. Im Gebiet Krasnodar sind Ackerbau, Obst- und Getreideanbau beheimatet. In den Zeiten der Sowjetunion gezielt als industrielles Zentrum ausgebaut, sind heute vor allem Raffinerien sowie große Betriebe zur Herstellung von Werkzeugen und Landwirtschaftsmaschinen, aber auch Unternehmen der Nahrungsmittelverarbeitung zu finden.

Über den Schwarzmeerhafen Noworossisk werden vor allem Erdöl aus Zentralasien sowie Getreide verschifft.
Auch zählt der Bezirk am Schwarzen Meer zu den interessantesten Tourismusdestinationen Russlands. Hier konzentrieren sich 73 Prozent der russischen Thermalquellen, entsprechend Bedeutung hat die Produktion von Mineralwasser. Außerdem soll am Asowschen Meer zwischen den Regionen Rostow und Kransodar das künftige Glücksspielparadies „Asow-City“ entstehen. Das russische Las Vegas wird als Milliardenprojekt angepriesen.

Der Südliche Föderale Verwaltungsbezirk ist ein wichtiger Zement- und Kohleproduzent (Donbass). Auch gibt es hier Vorkommen an Erdöl, die Reserven werden auf fünf Milliarden Tonnen geschätzt.

Deutsches Engagement

Das deutsche Unternehmen Claas stellt seit über fünf Jahren Mähdrescher und seit neuestem auch Traktoren in der Region Krasnodar her. Knauf hat seit 2002 ein Werk in Mostovskoj in der Region Krasnodar zur Produktion von Gipsplatten. Die sächsische PPM Energie Germany GmbH, Hersteller von Technik für alternative Energiegewinnung, investiert etwa 8,6 Millionen Euro in den Bau eines Werkes für Biokraftstoffanlagen in der zur südrussischen Region Krasnodar gehörenden Stadt Armawir. Heidelberger Druckmaschinen hat in Jesk in der Region Rostow am Don eine Serviceeinrichtung mit 50 Mitarbeitern zur Überholung gebrauchter Druckmaschinen. ThyssenKrupp GfT Bautechnik GmbH unterhält in Sotschi ein Büro.

Sonderwirtschaftszonen

Sonderwirtschaftszone in der Region Krasnodar (Tourismus)

Sonderwirtschaftszone Mineralnye Wody in der Region Stawropol

Infrastrukturausbau in Südrussland

Auf einer Konferenz der Kreml-Partei Geeintes Russland in Wolgograd kündigte Regierungschef Wladimir Putin Anfang Mai einen „infrastrukturellen Ruck“ im Südlichen Föderalen Bezirk an. In den kommenden Jahren will Russland die Seehäfen im Süden des Landes ausbauen und massiv in die Modernisierung des Straßennetzes und der Ölindustrie in der Region investieren.

Am Schwarzen, am Asowschen und am Kaspischen Meer sollen neue Kohle-, Getreide-, Container- und Personenterminals entstehen. Geplant sei die Modernisierung der Häfen in Noworossisk und Rostow am Don und der Bau neuer Ports in Taman (Region Krasnodar) und in Olja (Gebiet Astrachan), die sich zu wichtigen Teilen des Nord-Süd-Transportkorridors entwickeln sollen, sagte Putin.

Die dafür angesetzten Investitionen liegen bei 300 Milliarden Rubel (7,5 Milliarden Euro). Für rund die Hälfte davon will der Regierungschef private Unternehmen gewinnen. Im Ergebnis soll die Umschlagsleistung dieser Häfen innerhalb von fünf Jahren um etwa 50 Prozent auf 270 Millionen Tonnen wachsen. Nach offiziellen Angaben werden dort derzeit rund 180 Millionen Tonnen Fracht im Jahr abgefertigt. Das entspricht 36 Prozent des gesamten Güterumschlags der russischen Seehäfen.

Weitere 85 Milliarden Rubel (2,1 Milliarden Euro) werden innerhalb der nächsten drei Jahre in den Straßenbau Südrusslands fließen. Gemeinsam mit den Nachbarstaaten plant Russland zudem eine 7.100 Kilometer lange Ringautobahn um das Schwarze Meer. Darüber hinaus sollen in den südrussischen Regionen etwa eintausend Kilometer neue Eisenbahngleise verlegt und ein neuer Flughafen in Rostow am Don errichtet werden. Die Öl- und Gasreserven, die im Süden des Landes schlummern, will Putin auch erschließen, darunter die Ölvorkommen im Flachwasserbereich des Kaspischen Meeres. Ziel sei es, die Jahresproduktion des „schwarzen Goldes“ bis 2020 auf 20 Millionen Tonnen zu verdoppeln, so der Premier.

In den nächsten vier Jahren sollen Ölfirmen mehr als 300 Milliarden Rubel (7,5 Milliarden Euro) in den Bau und die Modernisierung von Raffinerien im Föderalen Bezirk Süd investieren. Allein der Konzern Lukoil wird laut Putin in die Umrüstung der Raffinerie Wolgograd 149 Milliarden Rubel (3,7 Milliarden Euro) stecken. Diese Modernisierung sei wegen der aktuellen Benzinkrise in mehreren russischen Regionen besonders wichtig.

Zum Südlichen Föderalen Verwaltungsbezirk gehören insgesamt sechs Regionen: die Region Krasnodar, das Gebiet Rostow, die Teilrepubliken Adygeja und Kalmyckien sowie die Gebiete Astrachan und Wolgograd. In die Verwaltungseinheit fällt auch die Schwarzmeerstadt Sotschi, die 2014 Gastgeberin der Olympischen Winterspiele sein wird.

Aus Russland Aktuell 20/2011 vom 17. Mai 2011

Kurzportrait

Territorium: 592.200 km2
Bevölkerung: 21.600.000

Regionen:
Republik Adygeja, Republik Kalmyckien, Region Krasnodar, Gebiet Astrachan, Gebiet Wolgograd, Gebiet Rostow

Bevollmächtigter des Präsidenten:
Vladimir Wassiljewitsch Ustinov
Ul. Bolschaja Sadowaja, 73, 344052 Rostow-na-Donu
Telefon: +7 (495) 244-16-16, +7 (863) 249-99-43
Fax: +7 (495) 240-39-40, +7 (863) 249-99-47

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