Gazprom legt Schtokman-Projekt auf Eis

30.08.12 Aktuelles, Murmansk
Vorläufig entstehen keine Onshore-Anlagen in der Zawalischina-Bucht nahe Teriberka © shtokman.ru

Vorläufig entstehen keine Onshore-Anlagen in der Zawalischina-Bucht nahe Teriberka © shtokman.ru

MOSKAU. Der Energiekonzern Gazprom hat die Erschließung des Schtokman-Feldes in der Barentssee auf unbestimmte Zeit verschoben, berichtet die Tageszeitung Wedomosti Ende August. Grund dafür sei das Überangebot an Gas in den USA und Europa, das die Umsetzung des teuren Projektes zum jetzigen Zeitpunkt nicht rechfertige.
Das Schtokman-Vorkommen war 1988 entdeckt worden. Seit rund zehn Jahren bemüht sich Gazprom um die Erschließung. Nach langen Verhandlungen holte der russische Energiekonzern das französische Unternehmen Total und die norwegische Statoil mit ins Boot. An dem Joint-Venture Shtokman Development halten die beiden ausländischen Partner 25 beziehungsweise 24 Prozent, Gazprom verfügt mit 51 Prozent über die Mehrheit der Stimmanteile. Ursprünglich sollten sich die Investitionen auf rund 30 Milliarden Dollar belaufen, der Abbau 2013 beginnen. Der Termin wurde mehrmals verschoben.
Nun hat Shtokman Development seine Belegschaft von mehr als 300 auf 150 gekürzt, teilte ein Sprecher des Joint Ventures der Zeitung mit. Neue Beschlüsse des Unternehmens würden Ende September erwartet.