Awtotor will mit Magna Automobilcluster aufbauen

30.11.12 Kaliningrad, Aktuelles
Seit Ende der 90er wird in Kaliningrad unter anderem die BMW 3er-Reihe montiert © Awtotor

Seit Ende der 90er wird in Kaliningrad unter anderem die BMW 3er-Reihe montiert © Awtotor

KALININGRAD. Der russische Autobauer Awtotor und der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna International wollen ein Autocluster in Kaliningrad aufbauen. Die Kooperationsvereinbarung, die die Unternehmen Ende November unterzeichneten, sieht bis zum Jahr 2018 Kapazitäten für die Fabrikation von 250.000 Fahrzeugen im Jahr vor.
Für Awtotor ist das der Auftakt zu einem vollen Produktionszyklus in der Region Kaliningrad. In mehreren Joint Ventures sollen bis zu sechs Montagelinien mit verschiedenen Autoherstellern und 15 Produktionsstätten für Komponenten entstehen. Die Fahrzeugteile sollen den Bedarf bei Awtotor in Kaliningrad decken, aber auch an andere russische Autohersteller und ins Ausland gehen.

Magna wird Awtotor bei der Konzeption und den technischen Vorbereitungen des Automobilclusters unterstützen und möglicherweise als Partner bei der Lokalisierung der Komponenten-Produktion in Kaliningrad auftreten. Als Basis für das gemeinsame Projekt ist die russische Magna-Tochter in Nishnij Nowgorod im Gespräch. In Russland fertigt Magna bereits in fünf Fabriken – drei davon stehen in St. Petersburg, eine in Kaluga und eine in Nishnij Nowgorod.

Das 1996 gegründete Privatunternehmen Awtotor montiert in Kaliningrad bisher in vier Fabrikhallen für die ausländischen Hersteller BMW, General Motors (inklusive Opel), Kia und Hyundai. 3.500 Mitarbeiter haben dort nach Unternehmensangaben im Jahr 2011 rund 222.000 Fahrzeuge zusammengeschraubt.

Das neue Automobilcluster in Kaliningrad ist schon lange in der Planung. Im Frühjahr dieses Jahres hatte Aufsichtsratchef Wladimir Schtscherbakow angekündigt, dass auch die Awtotor-Partner BMW, General Motors und Kia an dem Projekt beteiligt sein werden. Den Investitionsbedarf schätzen die Russen auf drei Milliarden Euro. 2,5 Milliarden Euro davon seien nach Aussage von Schtscherbakow unmittelbar für den Aufbau der Produktion bestimmt. Laut Planung soll die erste Phase voraussichtlich bis zum 1. Januar 2016 abgeschlossen sein. Dann sollen von den 21 geplanten Produktionsstätten 14 mit einer Jahresleistung von 200.000 Autos in Betrieb sein. Der Abschluss der zweiten Phase ist für 2018 angesetzt.

Das neue Automobilcluster genießt die Unterstützung der russischen Regierung. Präsident Wladimir Putin erklärte sich im April öffentlich bereit, das Projekt zu fördern. Für die Enklave Kaliningrad würde es einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Geplant sind bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze, ein neuer Hafenkomplex und ein neues Stadtviertel für 50.000 Bewohner. awa